ADHS (Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung)
ADHS ist mehr als „zappelig sein“. Viele Betroffene erleben vor allem Aufmerksamkeitsprobleme, innere Unruhe und Schwierigkeiten mit Organisation und Impulskontrolle. ADHS kann sich bei Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen unterschiedlich zeigen – und wird bei Erwachsenen oft erst spät erkannt, weil sich Strategien zur Kompensation entwickelt haben.
Typische Anzeichen
- Unaufmerksamkeit: Abschweifen, Dinge verlegen, Fehler aus Flüchtigkeit, Probleme, Aufgaben zu Ende zu bringen
- Hyperaktivität/innere Unruhe: „Getrieben sein“, schwer entspannen, ständiger Bewegungsdrang (bei Erwachsenen oft eher innerlich)
- Impulsivität: Unterbrechen, vorschnelle Entscheidungen, Reizbarkeit, riskantes Verhalten
- Exekutive Funktionen: Zeitmanagement, Priorisieren, Planen, Arbeitsgedächtnis und „Dranbleiben“ fallen schwer
ADHS tritt häufig gemeinsam mit Angst, Depression, Schlafproblemen oder problematischem Substanzkonsum auf – manchmal als Folge jahrelanger Überforderung oder Selbstkritik.
Wie entsteht ADHS?
ADHS gilt als neurobiologisch mitbedingt. Das heißt nicht, dass „nichts zu machen“ ist – aber es erklärt, warum reines „Zusammenreißen“ selten hilft. Umfeldfaktoren (Stress, Schlaf, Belastungen) können Symptome verstärken oder abmildern.
Was kann im Alltag helfen?
- Struktur sichtbar machen: Wochenplan, Checklisten, feste Ablageorte, Kalender mit Erinnerungen
- Aufgaben in Mini-Schritte teilen: Startbarrieren senken („2-Minuten-Regel“)
- Reizreduktion: Fokus-Zeitfenster, Benachrichtigungen aus, klarer Arbeitsplatz
- Selbstfreundlichkeit statt Selbstabwertung: ADHS ist keine Charakterschwäche
- Schlaf, Bewegung, Pausen: oft unterschätzt, aber sehr wirksam als „Basis“
Diagnostik & Behandlung
Eine ADHS-Diagnose erfolgt über fachliche Diagnostik (Anamnese, Fragebögen, ggf. Fremdberichte). In der Behandlung kommen häufig Psychoedukation, verhaltenstherapeutische Strategien/Coaching und – je nach Fall – Medikation zum Einsatz.
Wie kann Online-Gruppentherapie unterstützen?
In einer Gruppe können Teilnehmende
- alltagsnahe Strategien zu Organisation, Prokrastination, Reizmanagement üben,
- an Scham und Selbstwert arbeiten („Ich bin nicht faul“),
- sich gegenseitig motivieren und dranzubleiben – ohne Leistungsdruck.
