Alkohol & Drogen
Substanzen können kurzfristig entlasten – langfristig aber Probleme verstärken: Stimmungsschwankungen, Angst, Schlafstörungen, Konflikte, Leistungsabfall und körperliche Folgen. Wichtig: Zwischen „riskantem Konsum“, „schädlichem Gebrauch“ und „Abhängigkeit“ gibt es Abstufungen. Hilfe ist in jeder Phase sinnvoll – nicht erst „ganz unten“.
Woran merke ich, dass Konsum problematisch wird?
- Häufige Gedanken an die Substanz, Craving (starkes Verlangen)
- Kontrolle geht verloren (mehr/öfter als geplant)
- Toleranzsteigerung, Konsum zur „Normalisierung“
- Vernachlässigung von Freizeit, Beziehungen, Arbeit/Studium
- Weiterkonsum trotz negativer Folgen
- Entzugssymptome (z. B. Zittern, Schwitzen, Unruhe, Schlaflosigkeit)
Warum greifen Menschen zu Substanzen?
Oft steckt der Versuch dahinter, Stress, Einsamkeit, Angst, depressive Gefühle oder innere Leere zu regulieren. Substanzen „funktionieren“ kurzfristig – und genau das macht sie so riskant: Das Gehirn lernt schnell, dass Konsum Erleichterung bringt.
Der Teufelskreis
Belastung → Konsum → kurzfristige Entlastung → Rebound (schlechter Schlaf, Angst, Stimmungstief) → neue Belastung → mehr Konsum.
Dieser Kreislauf ist nicht „Willensschwäche“, sondern ein lernbarer Mechanismus – und damit auch veränderbar.
Erste Schritte, die vielen helfen
- Konsumtagebuch (Menge, Anlass, Gefühl, Situation)
- Trigger erkennen: Orte, Menschen, Uhrzeiten, Emotionen
- Alternative Strategien für Stress/Emotionen (Bewegung, Atemübungen, Kontakt, Skills)
- Rückfallprävention: „Ausrutscher“ ≠ Scheitern, sondern Lernmoment
- Sichere Unterstützung einbinden (Freundin, Ärztin, Beratungsstelle)
Wichtig: Bei manchen Substanzen (v. a. Alkohol, Benzodiazepine) kann ein plötzlicher Entzug gefährlich sein. Bitte medizinisch abklären.
Wie kann Online-Gruppentherapie unterstützen?
- weniger Scham durch geteilte Erfahrungen
- klare, alltagsnahe Werkzeuge (Umgang mit Craving, Stress, Rückfallkette)
- Stärkung von Motivation, Selbstwirksamkeit und sozialer Unterstützung
Hilfekontakte
TelefonSeelsorge 116 123
Sucht & Drogen Hotline 01806 313031 (kostenpflichtig)
