Angst / Soziale Phobie

Angst ist eine normale Schutzreaktion. Problematisch wird sie, wenn sie häufig, sehr intensiv auftritt oder dazu führt, dass man Situationen dauerhaft meidet. Bei sozialer Angst (sozialer Phobie) steht oft die Sorge im Mittelpunkt, negativ bewertet zu werden – peinlich aufzufallen, zu erröten, zu stottern oder „komisch“ zu wirken.

Typische Symptome

  • Körperlich: Herzrasen, Zittern, Schwitzen, Atemnot, Magen-Darm-Beschwerden
  • Gedanklich: Katastrophenbilder („Alle merken, wie nervös ich bin“)
  • Verhalten: Vermeidung (Treffen absagen), Rückzug, „Sicherheitsverhalten“ (viel Alkohol trinken, Blick meiden, alles perfekt vorbereiten)

Warum hält sich Angst so hartnäckig?

Angst wird durch Vermeidung kurzfristig kleiner – und genau dadurch langfristig größer. Das Gehirn lernt: „Gut, dass ich ausgewichen bin, sonst wäre etwas Schlimmes passiert.“ Außerdem verstärken Sicherheitsstrategien die Überzeugung, ohne sie nicht klarzukommen.

Was hilft häufig?

  • Psychoedukation: Angst ist unangenehm, aber nicht gefährlich
  • Schrittweise Exposition: gefürchtete Situationen in kleinen Schritten üben
  • Umgang mit Gedanken: Wahrscheinlichkeiten realistischer einschätzen
  • Körperregulation: Atem, Muskelentspannung, Achtsamkeit
  • Selbstmitgefühl: Angst ist kein Charakterfehler

Wie kann Online-Gruppentherapie unterstützen?

Gerade bei sozialer Angst kann die Gruppe ein sicherer Übungsraum sein:

  • in geschütztem Rahmen sprechen, Feedback bekommen
  • soziale Situationen „dosiert“ erleben (und merken: Es geht vorbei)
  • Zugehörigkeit statt Isolation – ein zentraler Schutzfaktor